Über uns · das LektorenDuo stellt sich vor

Welche Rolle spielte das Thema Sprache in der Kindheit?

Carola:
Obwohl ich meine Kindheit während der Vorschulzeit im dialektgeprägten Umfeld meiner Mannheimer (Vater-)Familie verbracht habe, war meine Muttersprache das Hochdeutsch meiner Mutter aus Hannover. So tauchte sicher in meinem Spracherleben schon früh das Thema auf: richtig oder falsch.

Walter:
Gesprochen wurde schwäbisch, ha glar! Die Eltern, die Großmutter, die Kinder „uff dr Gass“, alle sprachen schwäbisch. Hochdeutsch? „Was isch dees?“

Was änderte sich mit der Einschulung?

Carola:
Mit dem Beginn der Schulzeit kam, von mir heiß ersehnt, die Schriftsprache hinzu: endlich lesen lernen! Von da an kann ich mir mein Leben ohne Bücher nicht vorstellen, ich wurde lesesüchtig und bin es noch.

Walter:
Totale Sprachverwirrung! Die Lehrerin sprach Hochdeutsch, eine zweite Sprache, die wir sprechen und auch noch schreiben lernen mussten! Diktate, der reinste Horror! Durch einen Onkel zum Lesen ermuntert, fand ich zum Buch – und verschlang alles, was man damals las: Fünf Freunde, Lederstrumpf und gefühlte 40 Bände Karl May. Mit den Diktaten wurde es besser.

Spielte das Thema Deutsche Sprache in der beruflichen Laufbahn eine Rolle?

Carola:
In der Schule blieb Deutsch bis zum Abitur (als Leistungskurs) eines meiner Lieblingsfächer und lange dachte ich, mein Studienfach würde einmal Germanistik sein. Es kam anders …
Doch auch bei anderer Berufswahl – auf die Frage nach dem Hobby stand und steht Lesen immer vorn.

Walter:
Klar, seien es Referate, Examensarbeitstexte oder Promotion, an der Universität wurde die „hochdeutsche“ Sprache von mir noch mehr verinnerlicht. Später im Beruf gab es fast nichts, was von mir nicht textlich bearbeitet wurde, seien es wissenschaftliche Arbeiten, Forschungsanträge, Broschüren, Magazine oder Flyer zu speziellen Themen.

Gibt es Lieblingslektüre?

Carola:
Auch wenn die Belletristik einen großen Raum einnimmt, bin ich als Leserin buchstäblich „Allesfresser“ und lese von der Autobiografie über Plakatwerbung, Reisebericht, Sachbuch und Volksmärchen bis zur täglichen Zeitung fast alles, was mir unter die Augen kommt – mit zwei Ausnahmen: Gebrauchsanleitungen und Formulare …

Walter:
Zurück zur Schule. Inspiriert durch Deutschlehrer kam ich an die Bücher von Heinrich Böll, Thomas und Heinrich Mann. Wunderbar. Beim Studium aber auch während des Berufs las ich gern auch Bücher historischen Inhalts, psychologische Kriminalromane, packende Thriller oder Bücher aus anderen Kulturen. So ist es bis heute geblieben.

Gab es schon früher Korrektur- bzw. Lektoratarbeit?

Carola:
In verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeitsfeldern konnte ich Erfahrungen sammeln, zum einen im Texteschreiben, zum anderen im Korrigieren und stilistisch Verbessern von Manuskripten anderer Verfasser. Dies gilt besonders für meine zweijährige Mitarbeit in der kleinen Redaktion der Wochenzeitung in der Schule meiner Kinder.

Walter:
In den letzten 20 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit brütete ich über unzähligen Seiten, korrigierte Texte, überarbeitete sie erneut, verwarf sie wieder, formulierte sie neu, feilte nochmals daran, um dann endlich zufrieden zu sein und das so Geschaffene zum Druck zu geben. Kaum das fertige Werk vor Augen, auf was fiel zuerst mein Blick? Hätte ich es doch zum Gegenlesen gegeben!

Wie kam es zum LektorenDuo?

Carola:
Bei der Taufe vom LektorenDuo standen mehrere glückliche Zufälle Pate. Was zunächst nur als Freundschaftsdienst für einen jungen Autor angefangen hatte, entwickelte sich zügig zu einer ernsthaften Beschäftigung mit dem Thema Ein Buch entsteht. Immer mehr Fragen zu Grammatik und Sprachqualität führten zu Weiterbildung und Austausch mit anderen. Glücklich ist der Umstand, dass Walter inzwischen im (Un-)Ruhestand ist. Für uns bedeutet dies, zeitreich zu sein und Raum für Neues zu haben. Bei den ersten Manuskripten, die wir beide parallel lektoriert haben, war im anschließenden Austausch schnell zu erkennen, dass es durchaus verschiedene Sichtweisen auf Textstellen geben kann (weiblich – männlich?). Wir hoffen, dass unsere Arbeit gerade von diesem Aspekt bereichert wird.

Walter:
Im Ruhestand bekam ich die Gelegenheit, auch literarische Vorlagen zu bearbeiten. Es hat mir dabei richtig Spaß gemacht, diese Texte ganz anderer Art zu korrigieren, die Intentionen des Autors zu erfassen und in ein Lektorat einfließen zu lassen.
Das Beste daran ist, dass Carola ebenso Spaß hat, sich mit Texten auseinanderzusetzen, um diese auf Herz und Nieren zu prüfen. Was lag daher näher, als die Leidenschaften beider in ein gemeinsames Projekt münden zu lassen: Das LektorenDuo – denn vier Augen sehen mehr als zwei!